22 SUMMITS Geschichten über Zermatt | Dom

22 Summits Stories

Das Strohfeuer vom Dom


Eines der schönsten Lichtphänomene Zermatts ist das Alpenglühen der Mischabel. Das drittgrösste Gebirgsmassiv der Alpen liegt zwischen dem Mattertal und dem Saastal. Das Spektakel kann von den Morgensonnezimmern des 22 SUMMITS jeweils bei Dämmerung gut beobachtet werden. Alpenglühen, das sind die erleuchteten Berge während des Sonnenuntergangs: Täschhorn (4491m), Dom (4545m) und Lenzspitze (4294m) erstrahlen wie von innen heraus. Bei so viel Magie wundert es kaum, dass die reichhaltige Walliser Sagenwelt eine passende Geschichte zum leuchtenden Dreizack hervorgebracht hat. Die Bedeutung von „Mischabel“ kennt zwei Varianten: Walliserdeutsch von „Mischtgabla“, also „Mistgabel“, oder von Arabisch „Mudjabal“, was „Gebirgskette“ bedeutet. Man vermutet, dass im 10. Jahrhundert arabische Stämme über die Pässe kamen und sich in Flur- und Bergnamen verewigten.


Der Dom ist der höchste Berg der Schweiz, der vollkommen auf nationalem Boden liegt. Er wurde am 11. September 1858 von J. Llewellyn Davies und den einheimischen Bergführern Johann Zumtaugwald, Johann Kronig und Hieronymous Brantschen erstbestiegen. Die erste Skibesteigung fand am 18. Juli 1917 durch den Briten Sir Arnold Lunn mit dem Führer Joseph Knubel, dem Erstbegeher der Eiger-Nordostwand, statt. Der Sage nach hätte vor diesen alpinistischen Leistungen ein unbekannter Bergsteiger den Dom bereits erklommen. Er hätte einen Strohballen mitgenommen und versprochen, diesen anzuzünden, falls er oben ankäme, erzählt man sich. Drei Tage später hat man ein Strohfeuer auf dem Gipfel brennen sehen. Doch der fremde Bergsteiger ward nie wiedergesehen.


Unser Lesetipp

"Zermatter Sagen und Legenden" das Buch von Karl Lehner  und viele weitere interessante Bücher finden Sie in unserer hauseigenen Bibliothek im ersten Stock im 22 SUMMITS
Dom & Täschhorn – Krone der Mischabel. Daniel Anker, Caroline Fink, Marco Volken. Deutsch. AS Verlag, ISBN 978-3-9091-1194-7 / Zermatter Sagen und Legenden von Karl Lehner. Mengis Verlag, 1982.